Entgegen des Trends der letzten Wochen und Monaten gab es gestern an den Börsen eine kleine Abwärtskorrektur und die Ölpreise sanken. Der Markt befindet sich in einem starken Spannungsfeld zwischen geopolitischen Unsicherheiten, die möglicherweise zu einer Unterversorgung führen könnten und preissenkenden Signalen, wie den stark gestiegenen Ölbeständen in den USA, die in dieser Woche bekanntgegeben wurden.

 

Markt schwankt zwischen unterschiedlichen Signalen

Die momentane Abwärtskorrektur an den Ölbörsen kommt etwas überraschend, denn eigentlich stehen die meisten Zeichen, die Auswirkung auf die Ölpreise haben, auf steigend. Vor allem die geopolitische Situation hält die Marktteilnehmer eigentlich in Schach, denn Amerika verschärft die Sanktionen gegen den Iran und die politische Situation in Venezuela und Libyen bleibt weiterhin angespannt.

 

Allerdings scheint man sich inzwischen fast an das Damoklesschwert möglicher Produktionseinbrüche in Libyen und Venezuela gewöhnt zu haben, denn neu ist diese Situation nicht. Und auch die Exportausfälle aus dem Iran dürften weniger dramatisch werden als befürchtet. Denn Saudi-Arabien kann die erwarteten Fehlmengen, etwa 0,5 bis 0,6 Millionen Barrel (à 159 Liter), ohne weiteres ausgleichen und würde dabei noch nicht einmal das OPEC Abkommen verletzen.

 

US Bestände unerwartet hoch

In den USA sind die Rohölvorräte in der letzten Woche um knapp 10 Millionen Barrel, also etwa 1,6 Milliarden Liter, gestiegen und haben damit das höchste Niveau seit September 2017 erreicht. In Anbetracht der Sanktionen gegen den Iran und Venezuela, sowie rückläufiger Ölimporte aus Saudi-Arabien, eine durchaus erstaunliche Entwicklung.

 

Am Markt herrscht eigentlich die Annahme vor, dass die globale Versorgungslage eher knapp ist. Steigende Bestände sprechen aber eigentlich eine komplett andere Sprache und senden das Signal, dass zumindest in den USA die Versorgung mit Öl recht komfortabel ist. Die US Bestandsdaten sind somit sicherlich ein Hauptgrund dafür, dass die Preisrallye der letzten Wochen nun vielleicht ein Ende findet.

 

Ausblick

Die Heizölpreise im Inland schwankten gestern im Laufe des Tages ziemlich stark. Heute deuten sich zumindest im Vergleich zu gestern früh leichte Aufschläge an, so dass für 100 Liter mit +0,05 bis +0,15 Euro mehr gerechnet werden muss.

 

 


Source: Futures-Services