Seit Anfang Oktober befinden sich die börsengehandelten Rohölpreise im Sinkflug. Verschiedene Faktoren haben zu dieser Entwicklung geführt, unter anderem das sich abschwächende Wirtschaftswachstum sowie die steigende Förderung der OPEC+ Länder. Mit dem gestern veröffentlichten Monatsbericht der OPEC sind die Preise an den Börsen nochmal ein gutes Stück abgerutscht, denn das Zahlenwerk deutet auf eine klare Überversorgung in nächsten Jahr hin.

 

In Deutschland bleibt die Ware knapp

Im Inland ist die Lage hingegen immer noch angespannt. Die Warenknappheit, die sich fast auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet hat, sorgt nach wie vor für hohe Preise und lange Wartezeiten. Seit Wochen schon müssen Händler enorme Strecken auf sich nehmen um sich in anderen Regionen mit Ware eindecken zu können. Diese Mehrkosten müssen umgelegt werden, auch wenn sich in dieser Woche die niedrigen Rohölpreise doch auswirken und die Preisaufschläge etwas geringer ausfallen als noch in der Vorwoche.

 

OPEC rechnet mit deutlicher Überversorgung

Aus dem neuesten Monatsbericht der OPEC geht hervor, dass das Kartell vor allem mit einem hohen Produktionswachstum der Staaten rechnet, die nicht zur OPEC gehören. Die Ölförderung der USA ist schon jetzt dank der erfolgreichen Schieferölindustrie auf einem Rekordniveau und auch aus Russland, Kanada, Brasilien und Großbritannien erwartet man steigende Zahlen für 2019.

 

Anders als noch im Sommer angenommen, zeichnet sich für 2019 ein klares Überangebot ab. Laut OPEC wird im kommenden Jahr die Fördermenge aus den Nicht-OPEC Ländern das Nachfragewachstum überschreiten. Die Interpretation dieser Werte ist für die Marktteilnehmer klar preisbelastend und so reagierten die Börsenkurse gesten auch sehr deutlich mit einer Talfahrt.

 

Wie nachhaltig diese ist, wird sich zeigen, denn neuerliche Produktionskürzungen seitens der OPEC werden immer wahrscheinlicher. Beim letzten Mal hatten diese zwar gut funktioniert, gleichzeitig aber auch die Produktion vieler Nicht-OPEC-Länder erst so richtig angekurbelt. Es bleibt durchaus eine Herausforderung für die OPEC, mit der Überproduktion richtig und nachhaltig umzugehen und die Preise dauerhaft zu stabilisieren.