Nachdem schon am Freitag die Preise im Tagesverlauf leicht gesunken sind, sind sie über Nacht noch ein gutes Stück weiter nach unten gesackt. Die OPEC+-Gruppe hatte sich bisher noch nicht zu einer weiteren Kürzung entschlossen, was die Preise natürlich etwas belastet. Als Gegenpol steht die sinkende Infektionsrate des Coronavirus‘, was dem Markt ein wenig die Unsicherheit nimmt.

 

Libyen-Konferenz für Frieden

Am gestrigen Sonntag startete eine erneute Libyen-Konferenz, um die politisch angespannte Lage in dem Land zu verbessern. Derzeit ist die Ölproduktion von im Dezember noch 1,14 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag, auf nun mehr 180.000 Barrel pro Tag gesunken. Nur während des Bürgerkriegs 2011 war die Ölförderung niedriger als aktuell. Sollte die Konferenz zu einer effektiven Lösung kommen, könnte das die Ölproduktion auf einen Schlag wieder erhöhen. Alle Anlagen sind in Takt, der Ausfall wird derzeit von einer Blockade einiger wichtiger Pipelines und der Exporthäfen verursacht.

 

Unterdessen soll heute an den abgeschalteten Ölfeldern im Grenzgebiet zwischen Saudi-Arabien und Kuwait der Betrieb wieder aufgenommen werden. Die Wiederinbetriebnahme war für März geplant, die erste Testförderung für Ende Februar. Nun geht man gut zwei Wochen vorher an den Start und fördert wieder Öl in der sogenannten neutralen Zone.

 

OPEC+-Meeting unsicher

Nach wie vor ist nicht klar, ob es zu einem vorverlegten Treffen der OPEC+-Gruppe kommen wird. Russland ist gegen ein solches Treffen, was es recht unwahrscheinlich macht. Es gibt nun einige Spekulationen wie sich die OPEC verhalten wird. Einige gehen nur von einer Verlängerung der bereits bestehenden Kürzungen aus, was als Minimalkonsens betrachtet wird. Durch die aktuell deutliche Überversorgung, würde ein reines Beibehalten der Kürzungen nicht viel Effekt auf die Preise haben.

 

Ausblick

Nun rechnen wir heute mit einer weiteren Preissenkung von -0,65 und -0,85 Euro pro 100 Liter Heizöl im Vergleich zu Freitag Vormittag.


Source: Futures-Services